Samstag, 17. August 2013

Liz Trenow: Das Kastanienhaus


Lily Verner blickt auf erfolgreiche Jahrzehnte als Direktorin des Familienbetriebes zurück. Nun hat ihr Sohn die Führung in der Seidenweberei übernommen und Lily bereitet sich darauf vor das Kastanienhaus, in dem sie seit ihrer Kindheit und später mit ihrem Mann lebte, an die nächste Generation zu übergeben. Im Kastanienhaus sind auch die Erinnerungen an die turbulenten Zeiten der Firma nicht fern und die entbehrungsreichen Kriegsjahre.
Lily erinnert sich an die Zeit zurück, als ihre Familie mit der Produktion von Fallschirmseide beginnt und sich so als kriegswichtiger Betrieb durch die Kriegsjahre rettet. Aber der Krieg verlangt nicht nur im Geschäftsleben Opfer, sondern auch in der Liebe.
Ich mag historische Romane sehr gerne und ganz besonders, wenn sie in mehreren Zeitebenen erzählt werden. Das trifft in gewisser Weise auch auf "Das Kastanienhaus" zu, allerdings werden hier nur Anfang und Ende von einer gereiften Lily erzählt, während sich der komplette Mittelteil den Jahren von 1938 bis 1945 widmet.
Neben Lily ist der zweite Weltkrieg hier die zweite Hauptfigur und ich fand es bewundernswert wie gut Autorin Liz Trenow hier Fakten, dramatische Ereignisse und Gefühle miteinander verwebt hat. Nebenbei erfährt man auch noch so einiges interessantes zur Geschichte der Seidenproduktion und den Familienbetrieb, da jedes Kapitel mit einem Abschnitt aus einem fiktiven Buch über dieses Thema eingeleitet wird. Noch schöner hätte ich es nur gefunden, wenn über den Kapiteln noch eine Zeitangabe gestanden hätte, da mir manchmal die genaue zeitliche Orientierung gefehlt hat.
Lily ist mir sehr ans Herz gewachsen. Ihre Geschichte ist fiktiv, aber ihre Emotionen und ihre Verluste spiegeln das Leben vieler Betroffener während des zweiten Weltkrieges wieder. Zudem widmet sich dieses Buch Aspekten des Krieges, die mir zuvor nicht so bewusst waren, obwohl ich schon viele Bücher gelesen habe, die sich mit dieser Epoche beschäftigen. Zum einen die Situation von "feindlichen" Staatsangehörigen, die zu Kriegszeiten in England lebten und zum anderen die Besonderheit des "Luftkrieges" im zweiten Weltkrieg.
Ganz besonders hat mich jedoch beeindruckt wie sehr es die Autorin verstanden hat den Leser mit den dramatischen Ereignissen zu verknüpfen und in der Geschichte gefangen zu halten. Ich habe mit Lily gelacht und geweint und gehofft, auch wenn schon lange klar ist, dass der Krieg wenig unbeschadet lässt. "Das Kastanienhaus" wirkte auf mich zu Anfang nicht so, als wenn es mich wirklich packen könnte, aber mit jeder Seite die ich umblätterte hat es mich mehr in seinen Bann gezogen. Empfehlen kann ich dieses Buch daher an alle Leser, die gerne historische Roman aus der Zeit des zweiten Weltkrieges lesen, in denen insbesondere die emotionale Seite der Geschichte überzeugen kann.
So habe ich bewertet:

Und hier kann man das Buch kaufen: Liz Trenow: Das Kastanienhaus

Freitag, 16. August 2013

KW33/2013 - Die Leckereien der Woche - Zimtschnecken

Meine Leckerei der Woche ist ein Rezept für Zimtschnecken (kann auch als Rosinenschnecke, Nusschnecke und anderes abgewandelt werden).
In Deutschland gilt Zimt eher als Weihnachtsgewürz, aber in den skandinavischen Ländern gehören Zimtschnecken zum Alltag. Wenn ich in einem Buch davon lese läuft mir immer das Wasser im Mund zusammen. Nun habe ich sie selber gebacken.

Für ca. 36 Schnecken braucht man folgende Zutaten:
100 g Butter oder Margarine
500 ml Milch
50 g Hefe
etwas Salz
ca. 800 g Mehl
125 g Zucker
eine Vanilleschote oder 1/2 Teelöffel gemahlene Vanilleschote
ca. 100 g weiche Butter oder Margarine
Zimtzucker

1.
Die Butter mit der Milch in einem Topf erhitzen bis die Butter geschmolzen ist. Dabei die Mischung nicht zu heiß werden lassen!
Die Hefe in eine große Schüssel bröckeln. Etwas von der warmen Milchmischung hinzu geben und verrühren bis sich die Hefe aufgelöst hat.
Dann den Zucker, 550 g vom Mehl, die Vanille, das Salz und die restliche Milchmischung dazu geben.
Mit den Knethaken vom Mixer alles gut durchkneten.
 Dann weitere 200 g Mehl hinzugeben und zu einem glatten Teig verarbeiten.
 Mit etwas Mehl bestäuben, mit einem sauberen Tuch abdecken und dann 20 - 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen bis der Teig die etwa doppelte Größe erreicht hat.

2.
Die Arbeitsplatte oder eine Backunterlage mit Mehl bestäuben. Den Teig nochmal gut durchkneten. 
Dann auf die Größe der Backmatte (ca. Backblechgröße) ausrollen. Den restlichen Teig zur Seite stellen.
Den ausgerollen Teig mit der warmen Butter bestreichen.
Dann den Zimtzucker darüber streuen.
Von der langen Seite aus aufrollen. Das geht am besten wenn der Teig auf einer Backmatte ist. Sonst hilft auch das Ausrollen auf einem Tuch mit Frischhaltefolie.
Von der Teigrolle ca. 2 cm dicke Scheiben abschneiden.
Die Teigscheiben auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Die Schnecken leicht flach drücken.
Dann bei ca. 200 ° C für ca. 8 - 10 Minuten backen.
Das Ganze mit der zweiten Teigportion wiederholen, wobei die bei mir kleiner war. Die ausgerolle Teigplatte sollte die gleiche Höhe und Breite haben, kann aber kürzer ausfallen. Die erste Rolle hat bei mir 22 Schnecken ergeben. Die zweite gab 14 Schnecken. Man kann die zweite Rolle auch gut mit einer anderen Füllung machen. Ich habe Nougat und Krokant genommen.
Wer möchte bestreicht die Zimtschnecken noch mit Zuckerguss (ca. 200 g Puderzucker und 2 EL Zitronensaft).
Die Zimtschnecken können auch gut eingefroren werden.


Guten Appetit!

Der Gewinner der Buchverlosung aus KW32/2013 (Ich glaube, ich bin jetzt mit Nils zusammen)

Das Losschweinchen hat entschieden und der Gewinner der Buchverlosung der Woche zum Buch "Ich glaube, ich bin jetzt mit Nils zusammen" von Ella Carina Werner und Nadine Webel aus dem Scherz Verlag steht fest!

"Limes" hat sich schon die ganze Woche darauf gefreut.

13 Lose wurden von mir geschrieben.

Wanderten unter Aufsicht von "Limes" in den Lostopf. Allerdings war Limes ein wenig ungestüm und hat den Pott umgeworfen ...


Ein Los hat sich am längsten im Lostopf gehalten.




Herzlichen Glückwunsch, EVA!
Du bekommst von mir eine E-Mail wegen den Versanddaten.
:-)

Es geht auch bereits weiter mit der nächsten Buchverlosung:

Fluch: Ein Island-Thriller

Donnerstag, 15. August 2013

KW33/2013 - Buchverlosung der Woche - Fluch von Michael Ridpath

Diese Woche gibt es bei mir wieder ein Buch zu gewinnen!

Ich verlose den Island-Thriller "Fluch" von Michael Ridpath.


"Eine jahrhundertealte Sage. Ein todbringender Ring. Ein knallharter Ermittler.
Auf der Flucht vor der Bostoner Drogenmafia kehrt Detective Magnus Jonson in seine Heimat Island zurück. Dort wird er in den Mordfall an Professor Agnar Haraldsson hineingezogen. Der Spezialist für alte isländische Sprachen hatte kurz zuvor eine jahrhundertealte Sage entdeckt, die von einem Ring erzählt, der fürchterliche Macht besitzt. Das Schriftstück allein ist Millionen wert – und es birgt ein Geheimnis, für das Menschen töten. Es führt zum rätselhaften Ursprung des Herrn der Ringe …"



Selbstverständlich handelt es sich um ein neues und ungelesenes Buch. Das Porto für den Versand übernehme ich. Aus Kostengründen bitte ich um Verständnis, dass ich nur an Adressen in Deutschland versende!

Hinterlasst mir hier einen Kommentar oder schreibt eine E-Mail an: es.deh(at)gmx.de wenn ihr in den Lostopf möchtet.
Einsendeschluss ist jeweils Donnerstags um 20 Uhr. Der Gewinner wird am folgenden Freitag bekannt gegeben.

Wer seine E-Mail Adresse nicht angibt ist selber dafür verantwortlich von seinem Gewinn zu erfahren. Wenn ich bis zum zweiten folgenden Sonntag keine Versanddaten erhalten habe und nicht von einer Verzögerung (z.B. Urlaub) vorab erfahren habe, dann wird unter den übrigen Teilnehmern neu verlost.

Viel Erfolg! :-)

Chris Carter: Totenkünstler




Ein Mann wird tot und zerstückelt in seinem Schlafzimmer aufgefunden, aus seinen Gliedmaßen hat der Mörder eine Skulptur geformt. Doch nicht nur die Vorgehensweise erstaunt, sondern die Tat selber wirkt sinnlos. Das Opfer Derek Nicholson war schwer erkrankt und hatte nur noch wenige Wochen zu leben.
Was will der Täter hier mitteilen? Gerade als Hunter und Garcia eine Idee verfolgen, wird ein weiteres Opfer gefunden. Es ist unzweifelhaft, dass hier der gleiche Mörder seine Spuren hinterlassen hat. Aber in welcher Verbindung stehen die Opfer zueinander?

Bei einem Chris Carter Buch steht fest, dass man hier beim Lesen nicht zimperlich sein darf. Ich mag es zwar nicht besonders, wenn es zu blutig hergeht, aber da der Autor das auf die Mordschauplätze beschränkt und die Robert Hunter Reihe ansonsten mit guten Ideen überzeugt, blicke ich gerne darüber hinweg.
"Totenkünstler" ist bereits das vierte Buch rund um den Ermittler Robert Hunter von der Mordkommission, der Psychologie studiert hat und seinen findigen Kollegen Garcia. Die bisherige Reihenfolge lautet:
- Der Kruzifix-Killer
- Der Vollstecker
- Der Knochenbrecher
- Totenkünstler
Wieder hat es das Ermittlerduo mit einem grausamen Serienkiller zu tun und zunächst keine Ahnung was das Motiv und die Zusammenhänge zwischen den Opfern betrifft. Aber Robert Hunter findet Auswege wo für andere nur eine Sackgasse ist und das schätze ich besonders an diesen Büchern. In "Totenkünstler" bekommen die beiden jedoch auch noch eine Unterstützung in Form einer Mitarbeiterin des Staatsanwaltes an die Seite gestellt, was der Geschichte noch mal eine etwas andere Richtung gibt und endlich einen würdigen intellektuellen Gegner für Robert. Neben den ungewöhnlichen Einfällen zu Verbrechen und Todesarten mag ich ganz besonders die Hauptfiguren, die dafür sorgen, dass das menschliche hier nicht auf der Strecke bleibt.
"Totenkünstler" hatte einige überraschende Entwicklungen für mich parat und so kann ich es doch mit gutem Gewissen an alle Thriller-Fans weiter empfehlen, auch wenn ich nicht ganz so fasziniert von der Geschichte bin wie bei anderen Büchern des Autors. 

So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen:  Chris Carter: Totenkünstler

Mittwoch, 14. August 2013

KW33/2013 - Der Menschenrechtsfall der Woche - mehrere Roma-Familien

Diese Woche möchte ich Euch den Fall mehrerer Roma-Familien aus Rruga Kavaja, Tirana vorstellen.
UA-Platzhalter-weiß: © Amnesty International

Nach einer rechtswidrigen Zwangsräumung am 7. August sind mehrere Roma-Familien obdachlos. Weder die Stadtverwaltung von Tirana noch nationale Behörden haben Maßnahmen ergriffen, um den Roma zu helfen oder ihnen alternativen Wohnraum zur Verfügung zu stellen.
Die Roma-Familien, von denen einige bereits seit zehn Jahren auf dem Gelände des ehemaligen Kunstzentrums in Rruga Kavaja in der Hauptstadt Tirana leben, wurden am 7. August Opfer einer rechtswidrigen Zwangsräumung.

Am besagten Morgen wurden sieben oder acht behelfsmäßige Unterkünfte von einer Baugesellschaft abgerissen, bevor die von der Ombudsperson und der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) in Tirana benachrichtigte Polizei eingriff und weitere Zwangsräumungen und Abrisse unterband. Der albanische Polizeipräsident untersagte dem Unternehmen außerdem eine Fortsetzung der Baumaßnahmen vor Ort, bis eine alternative Unterbringungsmöglichkeit für die Familien gefunden sei.
Zu diesem Zeitpunkt hatten auch Roma-Familien, deren Unterkünfte noch nicht abgerissen worden waren, das Gelände bereits verlassen und trauten sich nicht, zurückzukehren. Viele von ihnen schliefen zusammen mit den von dem Abriss betroffenen Familien auf der Straße. Am 8. August konnten jedoch einige von ihnen in Abwesenheit der Bauarbeiter ihre Habseligkeiten holen. Sie haben keinen Ort, an den sie gehen können und keinerlei Schutz vor der sommerlichen Hitze von rund 37 Grad Celsius. Einige Roma machten den Vorschlag, all ihre Habseligkeiten zusammenzupacken und vor dem Rathaus von Tirana zu protestieren.
Weitere 30 Familien hatten das Gelände bereits Ende Juli bzw. Anfang August verlassen, weil sie von Arbeitern des Unternehmens bedroht worden waren und man sie über den bevorstehenden Abriss ihrer Unterkünfte informiert hatte. Die Roma können jetzt keiner Arbeit mehr nachgehen. Nach Berichten, denen zufolge einige von ihnen die Müllcontainer nach Essen durchsucht hatten, erhalten sie jetzt Lebensmittel, Wasser und sonstige Unterstützung von einer NGO.

Es gibt eine Urgent Action, die sich für die Roma-Familien einsetzt. 


Schreibt eine E-Mail an: Kabineti(at)tirana.gov.al, kanzlei(at)botschaft-albanien.de


Betreff:
Zwangsraeumung von Roma in Rruga Kavaja


Text:



Sehr geehrter Herr Buergermeister,



bitte stellen Sie sicher, dass die Roma-Familien, die seit ihrer rechtswidrigen Zwangsraeumung vom Baugelaende in Rruga Kavaja in Tirana obdachlos sind, sofortige Unterstuetzung erhalten.



Bitte gewaehrleisten Sie, dass allen Personen, die Opfer von Raeumungen wurden, darunter auch jene, die vorher auf dem Gelaende gelebt haben, in Uebereinstimmung mit internationalen Standards, darunter die UN-Grundsaetze und Prinzipien zur Raeumung und Umsiedlung im Rahmen von Entwicklungsprojekten, alternative Unterkuenfte zur Verfuegung gestellt werden.



Mit freundlichen Gruessen

(Dein Name)


Ihr könnt Euch auf der Homepage von Amnesty International Deutschland noch genauer zur Urgent Action informieren:


Weitere Informationen zu meiner Aktion und den Erfolgen von Amnesty International findet ihr auf der Seite Sehen, Hinsehen, Handeln! meines Blogs.







"Es ist besser, eine Kerze anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen."





(Quelle: Amnesty International)

Sabine Städing: Anna und die flüsternden Stimmen




Die 15jährige Anna träumt von einem richtig tollen Urlaub, vielleicht in St. Tropez oder einem anderen Ferienparadies. Stattdessen soll sie mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder Urlaub in Qual an der Ostsee machen. Wer fährt schon in einen Ort wie diesen, wenn er sich anderes leisten könnte? Das einzige was Anna tröstet ist, dass sie den Segelschein machen darf. Als sie den süßen Nachbarsjungen Tjark kennenlernt besteht doch noch Hoffnung den Urlaub zu retten. Aber wer ist nur dieser Dr. Hasselreuther nach dem der halbe Ort benannt zu sein scheint? Ein bisschen unheimlich findet Anna auch die merkwürdigen Stimmen die sie nachts im Haus hört …

Mein größtes Problem mit "Anna und die flüsternden Stimmen" von Autorin Sabine Städing war, dass ich es einfach langweilig fand. Die Grundidee ist nicht schlecht und ich fand es auch schön mal wieder ein Buch zu lesen dessen Handlungsort in Deutschland ist. Aber leider konnte mich die Geschichte nicht mitreißen. Erzählt wird aus der Perspektive von Anna, was ich okay fand, aber nicht immer sympathisch. Besser gefallen haben mir da die Nebenfiguren, z. B. der Einheimische Tjark und Annas kleinen Bruder. Den Gruselfaktor fand ich nicht sonderlich überzeugend und das ganze erinnerte mich doch eher an Halloween, als an echte Geister. Ich habe die Ereignisse einfach nicht geglaubt und das hat auch dazu geführt, dass ich mich gelangweilt habe. Vielleicht liegt das daran, dass die Geschichte für ein sehr junges Publikum gedacht ist, wobei ich allerdings recht viele Kinder- und Jugendbücher lese und gute Vergleiche ziehen kann. Da die Hauptfigur bereits 15 Jahre alt ist, hätte ich zunächst an Leser zwischen 12 und 15 Jahren gedacht, aber ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass man die mit dieser Geschichte noch groß packen kann. Da die Handlung auch nicht wirklich gruselig ist, würde ich "Anna und die flüsternden Stimmen" daher eher für Leser von 10 - 13 Jahren empfehlen, die sich bereits für Liebesgeschichten interessieren, denn die ist eigentlich recht schön erzählt. 

So habe ich bewertet:




Und hier kann man das Buch kaufen:  Sabine Städing: Anna und die flüsternden Stimmen