Samstag, 20. April 2013

Daniela Winterfeld: Der geheime Name


Fina befindet sich so lange sie sich erinnern kann mit ihrer Mutter auf der Flucht. Aus Gründen die Fina nicht kennt, werden die beiden von ihrem Vater verfolgt und müssen daher regelmäßig ihren Aufenthaltsort und sogar das Land wechseln. Fina hatte so nie die Gelegenheit Freundschaften zu schließen und sich heimisch zu fühlen. Aber sie führt Tagebuch und hebt heimlich ihre größten Schätze auf, um sie an ihre Großmutter in Deutschland zu schicken. Aber Fina ist nun kleines Mädchen mehr und stellt sich immer mehr Fragen, ob denn die Geschichte stimmen kann, die ihrer Mutter ihr erzählt hat. Oder ist das alles nur gelogen?

"Der geheime Name" von Daniela Winterfeld ist eine moderne Adaption des Märchens von Rumpelstilzchen aus der Sicht des versprochenen Kindes geschrieben.
Die Idee, der Schreibstil und die Umsetzung haben mir gut gefallen. Erzählt wird die Geschichte nicht nur aus der Perspektive von Fina, sondern auch von Mora, einem Jungen der bei dem "Geheimen" lebt und ihm dienen muss. Mora hat nie jemand anderen kennengelernt als den Geheimen und so ist es für ihn Anfangs eine Strafe, als er alleine in einer Höhle im Wald leben soll. Auch Fina schlägt den Weg ein, ohne ihre bisher einzige Bezugsperson zu leben und verlässt ihre Mutter. Doch im Gegensatz zu Mora geschieht dies bei Fina freiwillig. Nach und nach offenbart sich vor dem Leser der Hintergrund von Finas und Moras Herkunft und den Ereignissen in der Vergangenheit. Dabei wird auch der Bezug zum Märchen Rumpelstilzchen immer deutlicher, aber doch auf eine neue Art integriert. Ich fand die Handlung sehr interessant, aber nicht so fesselnd wie ich gehofft hatte.
Auch wenn die Idee neu ist, war Spannung und Überraschung für mich nicht so viel vorhanden. Dennoch ist "Der geheime Name" eine sehr gelungene Adaption, die ich allen Lesern empfehlen kann, die Interesse an Märchen und geheimnisvollen Geschichten haben.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Daniela Winterfeld: Der geheime Name

Freitag, 19. April 2013

KW16/2013 - Die Leckereien der Woche - Himbeermuffins mit Zuckerkruste

Meine Leckerei der Woche ist diesmal eine Abwandlung eines Rezeptes aus einem Buch das ich gerade lese. Das Buch heißt "Solange am Himmel Sterne stehen" von Autorin Kristin Harmel und ist frisch im Blanvalet Verlag erschienen.
Ich habe dabei die klassischen Blaubeermuffins abgewandelt.
Bei mir ist sind es Himbeermuffins mit einer Zuckerkruste.

Zu diesem Buch gibt es auch einen Wettbewerb vom Verlag!
Ich bin dabei, ihr vielleicht auch? Es geht darum "Sterntörtchen" zu backen.
Die Details findet ihr hier
Bisher gefällt mir das Buch sehr gut, demnächst berichte ich dann mehr darüber.

Für 12 schön große Muffins benötigt man folgende Zutaten:

100 g Butter oder Margarine
160 g Zucker
2 Eier
300 g Mehl
2 Teelöffel Backpulver
1/4 Teelöffel Salz
50 g Milch
60 g Joghurt
1 Teelöffel Vanilleextrakt oder 1/2 Fläschchen Vanille-Aroma
250 g Himbeeren

für die Kruste:
120 g Zucker
70 g Mehl
50 g kalte Butter oder Margarine 
2 Teelöffel Zimt

1.
Für die Vorbereitung der Streusel werden in einer Schüssel Zucker, Mehl und Zimt vermischt. Die Butter sollte sehr kalt sein und in kleinen Stücken dazu gegeben werden.
Dann alles mit den Knethaken des Handrührgerätes auf höchster Stufe zu Streuseln verarbeiten.

2.
In einer zweiten Schüssel werden Butter und Zucker schaumig geschlagen. Dann die Eier einzeln dazu geben und unterrühren. Die Vanille hinzufügen.

3.
In einer weiteren Schüssel das Mehl mit Backpulver und Salz vermischen. Die Milch mit dem Joghurt in einer Tasse verrühren. Dann die Milch- und Mehlmischung abwechseln zum Teig dazugeben und alles verrühren.

4.
Die Himbeeren waschen und trocken tupfen.
Dann vorsichtig unter den Teig heben.

5.
Entweder eine normale Muffinform für 12 Muffins mit Papierförmchen auskleiden oder eine Silikonbackform verwenden.
Den Teig gleichmäßig auf 12 Formen verteilen.
Dann die Streusel darüber verteilen.

6.
Bei ca. 175° C werden die Muffins nun für ca. 25 Minuten gebacken bis sie schön gebräunt sind.
Nach dem Backen erst für ca. 15 Minuten in der Form abkühlen lassen und dann auf ein Kuchengitter geben.

Mit frischen Früchen dazu schmecken die Muffins noch besser.



Guten Appetit!

Die Muffins können mit jeder Art von Beeren abgewandelt werden. Man sollte jedoch besser frische Früchte verwenden. Tiefkühlbeeren enthalten zu viel Saft, so dass dann der Teig rosa werden würde. Aber das kann man natürlich auch mal absichtlich wollen. ;-)

Philips SC5265/12 VisaPure Gesichtsreinigungsbürste

MEINE VORGESCHICHTE:
Ich habe leider eine sehr empfindliche Haut, die sehr fettig ist und zu Hautunreinheiten neigt. Ich bin daher immer sehr vorsichtig mit Reinigungsprodukten, da ich vieles nicht vertrage oder die Haut dann sehr spannt. In letzter Zeit habe ich neben Wasser und ph-neutraler Seife hauptsächlich Reinigungstücher aus dem Drogeriemarkt verwendet.
Früher hatte ich auch schon mal eine manuelle Reinigungsbürste mit weichen Borsten. Hier hat mich zwar das Reinigungsergebnis überzeugt, aber die Bürste war schlecht sauber zu halten, lag immer irgendwo rum und machte auf mich einfach auf Dauer einen unhygienischen Eindruck, weshalb ich dann wieder zur "Handwäsche" zurückgekehrt bin.


DER LIEFERUMFANG der VISA PURE:
Im Lieferumfang enthalten sind:
- Das Gerät Philips SC5265/12 VisaPure Gesichtsreinigungsbürste
- Ein Bürstenaufsatz für normale Haut mit Plastikabdeckung
- Ein Ständer zur Aufbewahrung, der gleichzeitig die Ladestation ist
- Ein Ladekabel
- Eine ausführliche und eine kurze Bedienungsanleitung
Da man die Bürste ohne die Abdeckkappe in den Ständer stellt, bleibt hier die Frage offen, was man in der Zwischenzeit mit der Abdeckkappe machen soll. Wegwerfen ist ungünstig, da man diese eventuell für Reisen braucht, um den Bürstenaufsatz vor Verschmutzungen zu schützen. Leider ist im Lieferumfang kein Reisebeutel oder ähnliches enthalten, obwohl die VISA PURE auch ausdrücklich als praktisch für die Reise empfohlen wird.
Vor der ersten Verwendung sollte man die VISA PURE aufladen. Das hat bei mir etwas über 5 Stunden gedauert. Ein Symbol weist darauf hin, ob der Ladevorgang noch andauert. Etwas merkwürdig fand ich den Summton, den das Ladegerät während der ganzen Zeit von sich gegeben hat.
Der Akku soll für 30 Minuten (= 30 Anwendungen) ausreichen. Ich bin bisher auf ca. 10 Anwendungen gekommen, daher kann ich noch nichts über die wirkliche Akkukapazität sagen. Ich werde dies dann noch entsprechend ergänzen.
Leider ist keine Ersatzbürste (man soll den Aufsatz nach drei Monaten austauschen) oder einer der anderen Bürstenaufsätze im Lieferumfang enthalten. Das Zubehör ist mit Preisen zwischen 10 und 15 Euro pro Bürste relativ teuer.


DIE OPTIK UND HAPTIK DER VISA PURE:
Das Gerät ist in dezentem hellblau gestaltet und fasst sich gut an. Ich hatte zunächst Bedenken, ob das Gerät mit nassen Händen nicht zu rutschig wird, aber bisher hatte ich damit keine Probleme. Auch der Ein-/Ausschalter ist leicht bedienbar und der Bürstenaufsatz rastet gut ein. Das Gewicht des Gerätes finde ich ebenfalls angenehm in der Hand. Nicht so gut gestaltet finde ich den Ständer, da dieser ziemlich wackelig ist. Der Stecker vom Ladegerät ist relativ groß.


DIE VERWENDUNG DER VISA PURE:
Ich habe die Philips SC5265/12 VisaPure Gesichtsreinigungsbürste nun seit einer Woche täglich verwendet. Da meine Haut sehr empfindlich ist, und leider nur der normale Bürstenkopf beiliegt und nicht der für sensible Haut, verwende ich die Reinigungsbürste einmal am Tag abends im Gesicht. Zusätzlich verwende ich sie noch ca. alle zwei Tage unter der Dusche für Hals und Dekolletè. Die Handhabung ist denkbar einfach. Einfach Haut und Bürstenkopf mit Wasser befeuchten. Etwas Seife (geht auch ganz ohne Reinigungsmittel) auf den Bürstenkopf auftragen und los geht es. Die Visa Pure unterbricht jeweils kurz nach 20 Sekunden Rotation, so dass man die Gesichtszone wechseln kann. Aufteilen sollte man hier nach linker Gesichtshälfte, rechter Gesichtshälfte und T-Zone. Die Seife wird hierbei schön aufgeschäumt und die Haut sanft massiert. Anschließend einfach das Gesicht, das Gerät und den Bürstenaufsatz mit klarem Wasser abspülen und dann abtrocknen.


DIE WIRKUNG DER VISA PURE:
Ich muss sagen, dass ich schon nach wenigen Anwendungen eine klare Verbesserung meiner Haut bemerke. Die Haut fühlt sich glatter an und ich habe weniger Probleme mit Hautunreinheiten als sonst. Ich habe jedoch auch den Eindruck, dass die Talgproduktion etwas angeregt wird. Meine Haut glänzt etwas mehr als sonst und mein Pony wird schneller strähnig, wenn kein Puder auf die Haut auftragen wird.


MEIN FAZIT:
Die Reinigungswirkung der Philips Visa Pure überzeugt auf ganzer Linie.
Als negativ empfinde ich hier nur den Lieferumfang (kein weiterer Bürstenaufsatz und kein Reisebeutel), der gerade im Verhältnis zum Preis umfangreicher sein könnte.
Auch das Design des Ständers und das Ladegerät können mich leider nicht so ganz überzeugen.
Aber gerade für Personen, deren Haut zu Unreinheiten neigt, kann ich die Visa Pure uneingeschränkt empfehlen!


So habe ich bewertet:


Und hier kann man die Gesichtsreinigungsbürste kaufen: Philips SC5265/12 VisaPure Gesichtsreinigungsbürste

Donnerstag, 18. April 2013

Kai Meyer: Asche und Phönix


Ash wollte eigentlich nur ein paar Wertgegenstände aus einem Hotelzimmer stehlen, aber plötzlich steht der erfolgreiche Jungschauspieler Parker Cale vor ihr. Ash kommt ihm gerade recht, um ihn unbemerkt aus dem Hotel zu schleusen, nachdem ihm die Paparazzi nach einem skandalösen Interview mal wieder im Nacken sitzen.
Parker muss dringend nach Frankreich um mit seinem Vater ein paar Dinge zu klären und Ash nutzt die Gelegenheit einmal mehr von der Welt zu sehen als das städtische England. Doch was als Roadmovie beginnt, wird nach und nach zur Flucht und rasanten Jagd. Wer ist Guignol und was verschweigt sein Vater vor Parker?

"Asche und Phönix" von Autor Kai Meyer führt den Leser in die Welt der Dämonen. Parker Cale hat in den Verfilmungen einer Buchreihe die Rolle eines Jungen mit Namen Phoenix übernommen. Ashley kürzt ihren Namen mit Ash ab, was auf Deutsch Asche heißt.
Inhaltlich ist "Asche und Phönix" ein wenig dunkler und brutaler als ich es erwartet hatte. Als Leser darf man hier nicht zimperlich sein, wenn Gliedmaßen abgeschossen, Leichen zum Leben erweckt und Unschuldige gefoltert werden.
Die beiden Hauptfiguren Ash und Parker sind nicht unbedingt direkt sympathisch, aber sie wirken sehr ehrlich und das hat mir gefallen. Die meisten Nebenfiguren sind aufgrund ihrer kurzen Lebensspannen kaum eine Erwähnung wert. Bleibt noch der "Bösewicht" hier, der jedoch auf mich nicht so wirklich facettenreich wirkte.
Spannung war stellenweise vorhanden, konnte mich jedoch nicht so richtig packen. Interessant fand ich insbesondere die Schilderungen der französischen Mittelmeerküste, die ich zum Teil auch schon selber besucht habe und die kleinen Episoden, die Ash und Parker auf ihrer Flucht erleben.
Stellenweise las sich das Buch für mich wie eine Satire auf die aktuellen Hypes um Buchverfilmungen, junge Debütautoren und sinnfreie Plots in Jugendbüchern. Ob das auch so vom Autor tatsächlich gewollt war, kann ich nicht sagen, aber etwas Humor kann ja nicht schaden.
Toll finde ich, dass der Verlag zur Printausgabe auch das e-book spendiert. So kann man unterwegs lesen, ohne das schwere Hardcover mitnehmen zu müssen, hat aber gleichzeitig die schöne gebundene Ausgabe für das Bücherregal.
Empfehlen kann ich "Asche und Phönix" aufgrund der vielen Gewaltszenen erst an interessierte Leser ab ca. 15 Jahren. Wer den Schreibstil von Kai Meyer mag, der sollte sich auch an dieses Buch hier wagen und wer noch nichts von diesem Autor gelesen kann, dem kann ich nur raten das zu ändern!

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Kai Meyer: Asche und Phönix

Weitere Informationen zu Autor und Buch finden sich auf der Homepage des Carlsen Verlages.

Mittwoch, 17. April 2013

KW16/2013 - Der Menschenrechtsfall der Woche - Mohammad Atfah

Ich möchte Euch Mohammad Atfah vorstellen.

Mohammad Atfah: © privat
Der ehrenamtliche Mitarbeiter des syrisch-arabischen Roten Halbmonds, Mohammad Atfah, wurde am 3. Februar 2013 an einem Kontrollpunkt in Homs festgenommen. Seither wird er ohne Kontakt zur Außenwelt unter Bedingungen festgehalten, die möglicherweise dem Verschwindenlassen gleichkommen. Es könnte sein, dass er sich beim militärischen Geheimdienst in Homs befindet. Er ist wahrscheinlich gefoltert oder in anderer Weise misshandelt worden.
Mohammad Atfah engagiert sich schon seit zwei Jahren beim syrisch-arabischen Roten Halbmond, der Teil der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften ist. Laut einer örtlichen Quelle befand er sich mit einem Freund auf dem Heimweg, als sie gegen 21 Uhr an einem Kontrollpunkt der Regierungstruppen in Insha'at in Homs aller Wahrscheinlichkeit nach vom militärischen Geheimdienst angehalten wurden. Es ist nicht bekannt, wohin Mohammad Atfah nach der Festnahme gebracht wurde, da laut eines lokalen Kontakts die Familie bislang keine Informationen über seine Festnahme und anschließende Inhaftierung erhalten hat. Ein anderer Kontakt hat berichtet, er habe von ehemaligen Häftlingen des militärischen Geheimdienstes in Homs, die Ende Februar freigelassen wurden, gehört, dass sie Mohammad Atfah dort gesehen haben. Er wies Blutergüsse im Gesicht und am Körper sowie weitere Wunden auf. Er soll nicht in der Lage gewesen sein, sich zu konzentrieren, und reagierte nicht, als er angesprochen wurde.
Die Gründe für die Festnahmen von Mohammad Atfah sind nicht bekannt. Soweit die Kontakte von Amnesty International informiert sind, war er nicht politisch aktiv. Tausende Menschen sind von Regierungstruppen festgenommen worden, seit vor mehr als zwei Jahren in Syrien großflächige Unruhen ausbrachen. In weiten Teilen des Landes herrscht inzwischen ein bewaffneter Konflikt.
Es gibt eine Urgent Action, die sich für Mohammad Atfah einsetzt. 

Schreibt eine E-Mail an: Info(at)syrianembassy.de, press(at)syrianembassy.de, secretary(at)syrianembassy.de

Betreff:
Mohammad Atfah

Text:
Mit der Bitte um Weiterleitung per Fax an

STAATSPRAESIDENT
Bashar al-Assad
Fax: (00 963) 11 332 3410

Exzellenz,

mit grosser Bestuerzung habe ich von dem Verschwinden von Mohammad Atfah erfahren.

Bitte geben Sie umgehend Schicksal und Aufenthaltsort von Mohammad Atfah bekannt, gewaehren Sie ihm ohne weitere Verzoegerung Zugang zu seiner Familie und einem Rechtsbeistand, stellen Sie sicher, dass er vor Folter und anderer Misshandlung geschuetzt ist und garantieren Sie seine notwendige medizinische Versorgung.

Klaeren Sie bitte den rechtlichen Status von Mohammad Atfah und lassen Sie ihn umgehend frei, sofern er nicht einer international als Straftat anerkannten Handlung angeklagt und gemaess internationalen Standards fuer faire Gerichtsverfahren vor Gericht gestellt wird.

Leiten Sie darueber hinaus umgehend eine unabhaengige und unparteiliche Untersuchung der Vorwuerfe ein, dass Mohammad Atfah gefoltert oder in anderer Weise misshandelt wurde. Die Verantwortlichen muessen in fairen Verfahren fuer diese Taten zur Rechenschaft gezogen werden.


Mit freundlichen Gruessen
(Dein Name)

Ihr könnt Euch auf der Homepage von Amnesty International Deutschland noch genauer zur Urgent Action informieren:

Weitere Informationen zu meiner Aktion und den Erfolgen von Amnesty International findet ihr auf der Seite Sehen, Hinsehen, Handeln! meines Blogs.



"Es ist besser, eine Kerze anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen."



(Quelle: Amnesty International)

Kosmos 693411 - Die Siedler von Catan - Entdecker und Piraten


DIE VORBEREITUNGEN:
"Die Siedler von Catan - Entdecker und Piraten" ist das erste Spiel das ich kenne, bei dem man bereits die Spielanleitung zum Auspacken braucht.
Öffnet man den Deckel, so sieht man zwölf Packkartonkarten mit vorgestanzten Spielelementen und eine Rolle mit zwölf Zipperbeuteln. Ich dachte doch tatsächlich, dass man so ein Spiel schon mal vorbereiten könnte, ohne in die Anleitung zu sehen und habe jeweils alle Elemente einer Kartonkarte in einen Zipperbeutel gedrückt. Ein fataler Fehler wie sich hinterher herausgestellt hat!
Will man nämlich mit dem Spielen des Einführungsszenarios beginnen, dann wird man dazu aufgefordert bestimmte Zipperbeutel zu nehmen, die dann einen bestimmten Inhalt aufweisen müssen, der vorne auf der ersten Seite der Bedienungsanleitung aufgelistet ist.
Hat man dann noch einen neuen Tisch gekauft (das Spielbrett erreicht eine Größe von ca. 1 m * 60 cm, ohne das "Drumherum"), dann kann es mit dem Spielen losgehen.
Zu Beginn jedes Szenarios ist erst einmal aufgelistet, was man aus dem Basisspiel und der Erweiterung "Entdecker und Piraten" benötigt. Ich habe "Die Siedler von Catan" in der zweiten Edition, also mit Plastikspielsteinen, aber dem alten Design der Landschaftsfelder etc. Genau ab dieser Edition ist "Entdecker und Piraten" auch kompatibel!
Aus dem Basisspiel werden Teile des Spielrahmens, die Landschaftsfelder mit Zahlenchips und die Plastikspielsteine benötigt.
Wie das Szenario aufgebaut werden muss gibt die Spielanleitung ganz gut vor. Farbige Abbildungen helfen beim Aufbau und die Rahmenelemente sind mit Buchstaben und Zahlen zur eindeutigen Unterscheidung versehen.
Insgesamt gesehen hat der Aufbau für das erste kleine Szenario und das Lesen der Regeln sehr lange gedauert (> 30 Minuten). Dazu kommt noch die Zeit für das Ausstanzen und Sortieren der Spielelemente, wofür man mit einer Person ca. 30 Minuten berechnen kann.

DAS SPIEL:
Am Anfang hat uns "Entdecker und Piraten" ganz schön verwirrt. Es gibt eine sehr lange Anleitung, die zwar wenn man es einmal verstanden hat klar verständlich ist, aber doch zu Anfang recht missverständlich und umständlich ist. Es gibt die Regeln aus dem Basisspiel, die grundsätzlich auch hier gelten. Es sind jedoch einige Ausnahmen in der Anleitung aufgelistet. Dazu gibt es dann noch ganz neue Spielzüge und neue Spielsteine, die man erst einmal verinnerlichen muss. Grundsätzlich besteht eine Spielrunde für jeden Spieler aus drei Teilen:
1. Auswürfeln der Rohstofferträge für alle Mitspieler
2. Kaufen, Erweitern oder Bauen
3. Die Spielzüge der Schiffe -> Entdecken neuer Rohstoffe und Transport von Waren
Für jedes Szenario gibt es eine unterschiedliche Zahl von Siegpunkten, die für den Sieg festgelegt ist. Punkte gibt es für Siedlungen, Hafensiedlungen, Fischtransport, Gewürztransport und Eroberung von Piratenlagern, wobei die Missionen Fisch, Gewürze und Piraten entweder einzeln oder in einem Szenario kombiniert gespielt werden können. Je mehr Missionen im Spiel eingesetzt werden, desto größer wird die Spielfläche.
Besonderen Reiz erhält "Entdecker und Piraten" dadurch, dass zu Spielbeginn nicht feststeht, welche Rohstoffe außerhalb der Startinsel wo liegen. Die Transportwege und die Lage des eigenen Hafens zu den Fischen, Gewürzen und Piraten kann einen entscheidenden Einfluss auf den Spielverlauf haben und sich so eine zu Anfang recht aussichtslos wirkende Ausgangslage noch drastisch verändern.
Spielt man eins der Kombinationsszenarios, so wird es ein wenig umständlich die eigenen Siegpunkte im Auge zu behalten. Hier ist eine ständige Kontrolle notwenden, wie viele Punkte noch zum Sieg erforderlich sind, da auch die Missionen Punkte bringen, die separat gezählt werden. Punkte für die größte Rittermacht und die längste Handelsstraße gibt es hier nicht mehr, stattdessen für den erfolgreichsten Fischhändler etc.

DIE NEUERUNGEN:
Neu sind hier insbesondere der Einsatz der Schiffe und der Überraschungseffekt durch die Entdeckungen. Zu Spielbeginn weiß man nicht, wo sich die Rohstoffe außerhalb der Startinsel verbergen, da diese erst aufgedeckt werden, wenn sie durch das Schiff eines Mitspielers entdeckt werden.
"Die Siedler von Caten - Entdecker und Piraten" fühlt sich daher an, wie ein komplett eigenständiges Spiel und nicht nur wie eine Erweiterung.
Neu ist auch, dass man, außer wenn eine "7" gewürfelt wird, immer einen Rohstoff erhält, oder alternativ ein Goldstück, wenn man keinen Ertrag erhält. Mit Gold kann man sich Rohstoffe nach Wahl kaufen, so ist man eigentlich immer in der Lage zu Kaufen, zu Erweitern oder zu Bauen.
Neu ist auch der Transport von Waren (Gewürz und Fisch), was durch eine gute Strategie auch Einfluss auf den Spielverlauf hat. Ebenso gibt es hier die Möglichkeit über den Gewürzhandel dauerhafte Spielvorteile zu erlangen (günstigere Goldtauschkonditionen, schnelle Schifffahrt oder ein Vorteil im Zusammenhang mit den Piraten), die nochmal einen neuen Aspekt bringen.

MEIN FAZIT:
Insgesamt gesehen ist die Erweiterung "Entdecker und Piraten" eine ganz tolle neue Variante für alle, die schon länger "Die Siedler von Catan" spielen und sich etwas Neues wünschen, das aber auch dieses "Catan-Gefühl" verursacht.
Von mir gibt es jedoch einen kleinen Abzug für die Spielvorbereitungen, die doch sehr viel Zeit beanspruchen und sich nur lohnen, wenn man dann auch mehrere Stunden Zeit zum spielen hat.


So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Spiel kaufen: Kosmos 693411 - Die Siedler von Catan - Entdecker und Piraten

Dienstag, 16. April 2013

Yelena Black: Dance of Shadows

Vanessa wechselt an die berühmte Ballettschule in New York. Doch obwohl sie eine hervorragende Tänzerin ist, ist dies nicht ihr Antrieb. Vor drei Jahren war auch Vanessas Schwester Margaret Schülerin an dieser Schule, bevor sie plötzlich spurlos verschwand. Niemand hat seitdem etwas von Margaret gehört, doch Vanessa glaubt nicht, dass sie tot ist und will nun näheres über die Umstände in Erfahrung bringen.
Schon bei der Einführungsveranstaltung fällt Vanessa auf, dass merkwürdiges vorgeht in dieser Schule. Sie hört Stimmen, die sonst niemand hört und hört heimliche Gespräche mit an.
Hat das alles etwas mit dem Verschwinden von Margaret zu tun?

"Dance of Shadows" von Yelena Black ist eine Art Fantasy-Thriller in der Ballettszene. Insbesondere die erste Buchhälfte fand ich sehr interessant und schnell zu lesen. Der Leser lernt gemeinsam mit Vanessa die Ballettschule kennen, erhält eine Einführung in die zurückliegenden Ereignisse und erfährt was Vanessa wichtig ist. Wer den Film "Center Stage" kennt, der wird die Atmosphäre der Schule wiedererkennen. Es gibt neben Vanessa auch noch einige Nebenfiguren, ihre Freunde und einen Jungen für den sie schwärmt, sowie die Lehrer an der Schule, die jedoch insgesamt recht farblos wirkten. Natürlich tauchen in einem Buch das in der Ballettszene spielt, auch viele Begriffe aus diesem Bereich auf und wer mit dem Thema überhaupt nichts anfangen kann, wird da vielleicht auch etwas genervt von sein.
Ich fand die Handlung interessant, aber im letzten Drittel brach die Geschichte für mich etwas ein, da mir die Schilderungen zu abstrakt wurden. Zudem war mir die Hauptfigur Vanessa nicht so sympathisch, da sie ziemlich vorurteilsbelastet ist und sich von Äußerlichkeiten blenden lässt. Zudem ist vieles an der New Yorker Schule so offensichtlich, dass es schon fast peinlich ist, wie lange Vanessa braucht um auch nur eine Ahnung davon zu haben.
Sehr schön gelungen finde ich das Buchcover, das sehr gut den "Feuervogel" einfängt.
Empfehlen kann ich "Dance of Shadows" an alle Leser ab ca. 14 Jahren die sich für die Themen Ballett und Dämonen begeistern können und mehr Wert auf die Handlung als die Figuren legen.
So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Yelena Black: Dance of Shadows

Montag, 15. April 2013

Rainer Siegel: Die Knopfkönigin

Gegen Ende des 13. Jahrhunderts sind die Schneiderin Franziska, ihre Mutter mit ihrem Ehemann und Freunde dazu gezwungen sich eine neue Existenz aufzubauen, nachdem es Probleme mit einem ortsansässigen Adeligen gab. Zuvor hatten die Frauen bereits mit einer neuen Knopfmode für Furore in ihrer Heimatstadt gesorgt und bringen dieses Wissen nun mit nach Nürnberg. In einer kleinen Schneiderwerkstatt ist der Meister offen für ihre neuen Ideen und so gelingt es ihnen schon bald sich einen Namen in Nürnberg und Umgebung zu machen.
Aber die Schatten der Vergangenheit lassen sie nicht ruhen und auch in Liebesdingen haben die Frauen nicht das erhoffte Glück ...

"Die Knopfkönigin" von Autor Rainer Siegel handelt zum Ende des 13. und Anfang des 14. Jahrhunderts. Diese Epoche nach den Kreuzzügen und vor Beginn der großen Pestepidemie findet nicht in vielen Romanen Erwähnung. Ich fand es daher sehr interessant auch einmal etwas über die kleinen Scharmützel im Königreich Böhmen, der freien Stadt Nürnberg und dem Herzogtum Österreich zu lesen.
Auch die inhaltliche Gestaltung rund um das Schneiderhandwerk und die Mode zur damaligen Zeit hat mir gut gefallen. Es geht nicht direkt um die Erfindung des Knopfes, denn den gab es schon vorher. Jedoch war die Kombination mit einem Knopfloch damals noch nicht so verbreitet und es wurden stattdessen Bänder verwendet. Inzwischen ist das natürlich durch den Reißverschluss schon wieder revolutioniert worden.
Die Handlung bot sehr wenige Überraschungen und war daher für mich recht vorhersehbar. Die Lebenswege der Figuren werden viel durch äußere Einflüsse bestimmt und dazu kommt dann noch eine Portion Dramatik. Leider wies insbesondere die zweite Hälfte des Buches für mich einige Längen auf, weshalb ich auch das Buch insgesamt nicht ganz so spannend fand. Dennoch bietet "Die Knopfkönigin" einige schöne Stunden Unterhaltung und Einblick in ein interessantes Handwerk.
Empfehlen kann ich das Buch daher an alle an historischen Romanen interessierten Leser.

So habe ich bewertet:


Und hier kann man das Buch kaufen: Rainer Siegel: Die Knopfkönigin

Sonntag, 14. April 2013

KW15/2013 - Mein Buchtipp der Woche - Wen küss ich und wenn ja, wie viele? & Mein Leben, die Liebe und der ganze Rest

Ich habe in der letzten Zeit einige Bücher für junge Mädchen gelesen. Als ich nun überlegt habe, was ich denn davon als Buchtipp der Woche präsentieren soll, kamen mir zwei Bücher in den Sinn, die ich als unterschiedlich, aber gleichermaßen gut empfand.
Zum einen ist das "Wen küss ich und wenn ja, wie viele?" von Mara Andeck und zum anderen "Mein Leben, die Liebe und der ganze Rest" von Dagmar Hoßfeld.


Inhaltsangabe zu "Wen küss ich und wenn ja, wie viele?"
Lilia ist gerade 16 Jahre alt geworden und schreibt alles was sie erlebt und beschäftigt in ihr Tagebuch. So langsam findet sie, könnte sich auch mal was bei ihrem Liebesleben tun, denn eine 16jährige die noch nie richtig geküsst hat geht doch irgendwie nicht. Als sie für Biologie ein Referat halten soll, entscheidet sie sich für das Thema Fortpflanzung und Balzverhalten im Tierreich. Bei ihren Recherchen bemerkt Lilia, dass sich diese Eigenarten der unterschiedlichen Gattungen doch auch mal gut am Menschen erproben lassen könnten und so nimmt das Chaos seinen Lauf ...

Warum ich dieses Buch empfehlen kann:
"Wen küss ich und wenn ja, wie viele?" von Autorin Mara Andeck befasst sich hauptsächlich mit einem Thema: Liebe.
Allerdings passiert dies auf so humorvolle Weise, dass sich dieses Buch deutlich von anderen Büchern zum Thema für Jugendliche abhebt. Ich habe mich richtig gut amüsiert, obwohl ich schon lange das Alter der Zielgruppe verlassen habe. Geschrieben ist das Buch als Tagebuch aus der Perspektive von Lilia. Erweitert wird der Leserhorizont allerdings noch durch E-Mails, die ein Freund von Lilia einem erkrankten Klassenkameraden schreibt, um diesen auf dem Laufenden zu halten. Besonders witzig ist hier die Beurteilung einer Situation durch Lilia und die anschließende Schilderung durch die E-Mail von Tom die eine ganz neue Perspektive zeigt. Sehr positiv fällt hier auch die Buchgestaltung auf, denn der Buchrand ist tatsächlich mit kleinen Kritzeleien und Zeichnungen versehen, wie dies vielleicht auch bei einem echten Tagebuch der Fall wäre. O-Ton einer 13jährigen dazu: "Das ist voll cool.".
Lilia wird hier gerade 16 Jahre alt. Allerdings fand ich, dass sie und ihre Freunde ein wenig jünger wirkten, vielleicht eher 14-15 Jahre alt.
Empfehlen kann ich "Wen küss ich und wenn ja, wie viele?" an alle Leserinnen ab ca. 13 Jahren, die das Thema Liebe interessiert und die auch humorvolle Bücher mögen.
Angekündigt ist auch bereits eine Fortsetzung von Lilias Tagebuch.
 

Inhaltsangabe zu "Mein Leben, die Liebe und der ganze Rest":
Conni Klawitter feiert ihren 15. Geburtstag. Mit 15 Jahren ist man kein Kind mehr und so darf Conni auch eine Party ohne Eltern feiern. Mit der Schule, ihrem Freund Philipp, ihrer Familie, dem Freundeskreis und großen und kleinen Katastrophen hat Conni jedenfalls genug zu tun mit dem sie sich bis zu ihrem nächsten Geburtstag auseinander setzen muss.

Warum ich dieses Buch empfehlen kann:
In "Mein Leben, die Liebe und der ganze Rest" von Autorin Dagmar Hoßfeld gibt es nun endlich eine ältere Teenager Variante von Conni. Ich habe meine Nichte durch alle Conni-Phasen hindurch begleitet. Vom Pixi-Buch über die Grundschul-Conni bis zu Conni & Co. sind mir genau wie ihr Conni, Anna, Billi, Paul, Philipp und alle anderen ans Herz gewachsen. Sie sind gemeinsam mit den Lesern groß geworden und nun gilt auch der Spruch "große Kinder - große Probleme". Wir haben es nun mit einer Gruppe 15 - 18jähriger zu tun und neben den typischen Teenager-Problemen kann Autorin Dagmar Hoßfeld auch noch mit der Handlung in "Mein Leben, die Liebe und der ganze Rest" überraschen.
Erzählt wird aus der Perspektive von Conni, die ihre Geschichte in der Art eines Tagebuchs berichtet. Die einzelnen Kapitel sind dabei mit Überschriften versehen, die einen kleinen Ausblick auf das geben, was hier passiert.
Die Sprache wirkt jugendlich und realistisch für eine Person in Connis Alter und auch die Probleme mit denen sich die Hauptfigur und ihre Freunde auseinander setzen müssen wirken realitätsnah.
Ich fand "Mein Leben, die Liebe und der ganze Rest" zu keiner Zeit langweilig und auch meine Nichte hat mir schon berichtet, wie gut sie das Buch findet.
Sehr schön aus Sicht eines Erwachsenen finde ich auch, dass hier die Themen Toleranz und Respekt behandelt werden und dass es nicht schlimm ist, anders zu sein. Die Themen Freundschaft und Liebe werden dabei betont und auch gezeigt, dass Veränderung mit zum Leben dazu gehört.
Ich kann die 15jährige Conni und ihre Erlebnisse daher uneingeschränkt empfehlen für alle Leser ab ca. 13 Jahren, besonders natürlich an diejenigen, die auch schon andere Conni Bücher kennen.
Im Jahr 2014 soll eine Fortsetzung erscheinen, auf die ich bereits jetzt sehr gespannt bin.

Ein kurzer Vergleich zwischen den Büchern:
"Mein Leben, die Liebe und der ganze Rest" befasst sich nicht nur mit dem Thema Liebe, sondern generell mit Familie, Freundschaft und Erwachsenwerden.
Bei "Wen küss ich und wenn ja, wie viele?" steht das Thema Liebe klar im Vordergrund, aber es wird mit sehr viel Humor verpackt.
Beide Bücher sind insbesondere für Mädchen zwischen 13 und 15 Jahren geeignet.